„Die Ärztin hat etwas von Schatten am Herz gesagt, dann war da nur mehr Rauschen“

Alexandra war in der 22. Schwangerschaftswoche als sie erfuhr, dass ihr Kind Tumore am Herzen hat. Wenn Kinder im Mutterleib schwere Gendefekte oder Fehlbildungen entwickeln, können Eltern entscheiden, das Kind auch nach der zulässigen Frist von 12 Wochen abzutreiben. 

Alexandra sprach mit Ärzt*innen, Psycholog*innen und durchforstete das Internet nach Foren und Gleichgesinnten, die ein ähnliches Schicksal teilten. Die Ärzt*innen rieten ihr weder zur Abtreibung noch zum Austragen des Kindes, teilten ihr allerdings mit, dass ihr Kind zusätzlich zu den Tumoren einen Gendefekt hatte, der eine stetige Tumorbildung nach der Geburt vorantreiben würde. „Mein Kind könnte nie alleine essen, nie alleine sitzen, könnte nicht lachen, müsste Windeln tragen. Was wäre das für ein Leben? Wir haben die Entscheidung nicht wegen uns getroffen, sondern vor allem wegen dem Kind,“ sagt Alexandra. Sie und ihr Mann entschieden sich für den Spätabbruch. 

Dieser Podcast ist Teil des iu-Schwerpunktthemas Feminismus.

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Etwa 380 Spätabbrüche werden im Jahr in Österreich durchgeführt. Meist werden schwere Gendefekte beim Organscreening – einer Standard-Untersuchung während der Schwangerschaft – festgestellt, das zwischen der 22. und 24. Schwangerschaftswoche gemacht wird. Davor sind sogenannte Pränatal-Gentests möglich, die allerdings ab 600 Euro kosten und nicht von der Krankenkasse übernommen werden. Alexandra hat einen so einen Pränatal-Gentest gemacht, allerdings haben sich  in ihrem Fall die Genbildungen erst zu einem späteren Zeitpunkt der Schwangerschaft entwickelt.

Eine Schwangerschaft kann in Österreich bis zum dritten Monat von einem Arzt abgebrochen werden. Nach der 12. Woche ist ein Schwangerschaftsabbruch nur dann möglich, wenn beim Kind schwere Gendefekte oder Erkrankungen festgestellt werden. Eine Trisomie 21 zählt nicht dazu – entgegen vieler Behauptungen. Wenn Eltern sich nach der Diagnose für den Abbruch entscheiden, muss anschließend eine Ethikkommission dieser Entscheidung zustimmen. Ist das der Fall, kann der Abbruch in Österreich durchgeführt werden. 

von Nadja Riahi

Musik in den Podcasts: Keshco (FMA)

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