„Was mich nervt, ist die Untätigkeit der Regierung in der Familienpolitik“

Dr. Christian Fiala leitet die Gynmed in Wien und in Salzburg. Hier können Frauen einen Schwangerschaftsabbruch durchführen lassen, wenn sie das möchten. Er ist genervt von der österreichischen Familienpolitik, die in seinen Augen alles andere als familienfreundlich ist. „Frauen sollen nicht abbrechen, werden aber mit einem Kind total alleine gelassen von der Politik,“ kritisiert er. 

Dass immer wieder debattiert wird, ob Frauen einen Schwangerschaftsabbruch machen dürfen oder nicht, hält er für eine Debatte aus längst vergangenen Zeiten, als Kinder noch „als Kriegmaterial“ gesehen wurden. Längst veraltete Sichtweisen, die sich aber mit der Ideologie von einem bestimmten Frauen- und Familienbild in der Gesellschaft nur schwer lösen lassen.   

Vor allem stört ihn ein Argument: Dass Frauen den Abbruch als Verhütungsmaßnahme sehen bzw. nicht überlegen, bevor sie den Abbruch machen. „Die meisten Frauen, die zum Abbruch kommen, haben bereits eines oder mehrere Kinder,“ sagt er. Daher sei es seiner Meinung nach auch die alleinige Entscheidung einer Frau, ob sie das Kind bekommen möchte oder nicht. 

Welche Maßnahmen es braucht, um die Anzahl der Abbrüche zu reduzieren, erzählt er in diesem Gespräch. 

Dieser Podcast ist Teil des iu-Schwerpunktthemas Feminismus.

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Eine Schwangerschaft kann in Österreich bis zum dritten Monat von einem Arzt abgebrochen werden. Es wird in der sogenannten Fristenlösung geregelt, die besagt, dass ein Abbruch bis zur 12. Woche straffrei ist, sofern er von einem/r Arzt*in durchgeführt wird. In Österreich kann prinzipiell jeder Arzt und jede Ärztin einen Schwangerschaftsabbruch machen – eine spezielle Lizenz ist dafür nicht nötig. 

In Österreich werden Schätzungen zufolge etwa 30.000 – 35.000 Schwangerschaftsabbrüche pro Jahr gemacht. Eine genaue Zahl gibt es nicht, da die Krankenkassen den Abbruch nicht bezahlen und er daher auch nicht an die Krankenkassen gemeldet werden muss. Österreich ist mit dieser Anzahl europaweit eines der Länder mit den meisten Schwangerschaftsabbrüchen und gleichzeitig auch eines jener Länder mit geringer Geburtenrate. 

von Karina Krenn

Musik in den Podcasts: Keshco (FMA)

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